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Hofbesichtigung beim ROLAND-Mitglied Lütjen und Infos von der Kulturland e. G. (01.07.2016)

Am 19. Juni fand auf dem Hof Lütjen in Verlüßmoor eine Informationsveran-staltung des Naturkost-Kontors Bremen statt. Der Hof sollte besichtigt und das Konzept der Kulturland e. G. zum Landkauf für Bio-Bauern vorgestellt werden. Als Stadtmensch ist es doch so: da ist Land, das pflügt man um, sät aus und dann ist die Ernte fertig!

Unkraut und Schädlinge kennen wir nur im Zusammenhang mit den bösen Spritzmitteln!

„Es war beeindruckend, wie anders die Bewirtschaftung nach den Demeter-Regeln ist, was man über die Fruchtfolge wissen muss, wie extensiv diese Wirtschaftsweise ist, wie viel Land man dafür benötigt“, sagt Karl-Heinz von Bestenbostel, Vorstandsmitglied ROLAND-Regional. 

 

Was ist mit der Krautfäule?

Die Kartoffeln stehen auf einem Acker gleich jenseits der Straße, an zwei Seiten umgeben von einem kleinen Wald und einer hohen Hecke. Der Wind kann nicht so richtig reingreifen. Es hatte geregnet, alles war feucht. Ein fach-kundiger Besucher fragte: „Was macht ihr denn hier gegen die Krautfäule?“ „Hoffen“, so Johann Lütjen, „dass es nicht zu feuchtwarm wird, damit die Pflanzen immer wieder abtrocknen können. Sonst werden sie vielleicht noch nicht einmal die Blüte überstehen! Und Gundermann ist auch schon wieder sehr aktiv!“

Daneben ein größerer Schlag mit Rhabarber, jetzt abgeerntet. Die großen Säcke stehen auf dem Hof zum Abtransport in die Mosterei bereit. 


Moormöhren - von Hand gejätet

Die Moormöhren stehen prächtig. Sie werden an diesem Sonntag von einer Gruppe Menschen per Hand gejätet. Die Lohnkosten betragen mehrere zehntausend Euro in der Saison. Es ist Moorboden mit seinem ganz eigenen Umgang mit dem Wasser. Die Oberfläche kann völlig trocken sein, wenige Spatenstiche darunter steht das Grundwasser. Weil der Torf mit der Luft in Berührung kommt, zersetzt er sich. Pro Jahr verschwinden ein bis zwei Zentimeter. Der Landkreis als Naturschutzbehörde will Flächen wieder vernässen. Es gibt eine Vielzahl von Widersprüchen in der Betrachtung dieser Biosphäre.

Der Hof hat zwei Hühnerställe für 1200 und 1500 Hühner, darum die notwendigen Flächen für den Freilauf. 


Melkmaschine mit Charme

Der Weg zum Milchhof ist nicht weit. 75 Kühe umfasst die Herde, gemolken wird mit einem Automaten. Wie schrecklich? Das finden die Kühe nicht. Einige stellen sich gleich wieder hinten an, um erneut in den Melkstand zu kommen. Es gibt eben lecker Futter. Diese Damen müssen dann aber leider erfolglos wieder ins Freie.


Achten Sie beim Kauf von Milch darauf, ob sie homogenisiert ist oder nicht? Es gibt einige Bio-Milch-Anbieter, aber nur in den seltensten Fällen ist sie wie bei Lütjens nicht homogenisiert. Ein besonderes Qualitätsmerkmal.

 

 

Kulturland e. G. stellt sich vor

Wer hat schon einen Esstisch, an dem problemlos 15 Menschen Platz finden? Hier hatten selbst die 22 Teilnehmer*innen an der Veranstaltung keine Probleme. 

Dr. Titus Bahner ist Agraringenieur und Volkswirt; er stellte bei Kaffee und Kuchen das Konzept der Kulturlandgenossenschaft vor. Es geht um den Kauf von Land oder Höfen, damit diese Flächen der Biolandwirtschaft erhalten bleiben. Wie kann Boden eigentlich Privateigentum sein? Für andere Kulturen ist so ein Verständnis unbegreiflich!


Reicht das und was macht ROLAND-Regional?

Reicht der Landkauf aus, um die Situation der Bauern wirklich zu verbessern? ROLAND stellte knapp dar:

„Für jeden von uns ist es selbstverständlich, dass der Sinn des Wirtschaftens der Gewinn ist“, so Karl-Heinz von Bestenbostel ,„die Eigenkapitalrentabilität, in der Regel in der deutschen Industrie über 20 Prozent, bedeutet aber exponentielles Wachstum. Damit ist Macht verbunden. Die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen sind dagegen nur Randbedingungen. Es gilt, dieses Verhältnis umzukehren.“

 

 

 

 

 

Existenzen sichern

Auf der einen Seite stehen Anbieter, zurzeit insbesondere die Milchbauern, die dem Druck der Konzerne ausgeliefert sind. ROLAND-Regional arbeitet in der Situation daran, Existenzen zu sichern, und trotzdem ist es kein Selbstläufer, Anbieter von der Sinnhaftigkeit einer regionalen, eigenständigen Versorgung zu überzeugen.

Dieser Gedanke wurde von anderen Teilnehmern aufgegriffen: „Wir brauchen eben einen Paradigmenwechsel.“

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