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Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen (20.10.2016)

Film-Plakat "Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen"

Mélanie Laurent und Cyril Dion lesen in der Zeitung „Nature“ einen Bericht über den Untergang unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren. Aus diesem Bild lassen sie einen Film entstehen, der den Schrecken beschreibt und ein „Feelgood-Film“ (Frankfurter Rundschau) ist.

 

 

Gegen die Ohnmacht

Ein Film über die Angst, der begeistert, der Zuversicht schafft und der motiviert selber aktiv zu werden. Er schafft das dadurch, dass sechs Lebensfelder dargestellt werden, in denen es eine Fülle von guten Ansätzen gibt. Und diese Fülle von Ideen wird nicht in ihrer Ohnmacht den Verhältnissen gegenüber oder in ihrer Bedeutungslosigkeit dargestellt, sondern in der Bedeutung für die Chance eines Überlebens der Zivilisation.

Lebensmittelanbau

Schon jetzt werden 60 Prozent der Lebensmittel auf der Welt von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft hergestellt. Und der Permakultur-Anbau mit seiner Zwischenfrucht und enger Bepflanzung verdoppelt die Ernteergebnisse. Der Beitrag der Agrarkonzerne an der Lebensmittelerzeugung ist gering. Sie produzieren vor allem in riesigen Monokulturen Viehfutter oder für Biodiesel oder Biogasanlagen. In Detroit versorgen die städtischen Gärten bereits 60 Prozent der Bevölkerung mit Lebensmitteln, und das bei noch großen Flächen an Brachland. Nein, die Akteure in diesen kleinen Projekten, von denen viele gezeigt werden, sind keine Spinner, ihnen gehört die Zukunft. Und all diese Betriebe wirtschaften ohne Erdöl! Keinen Dünger, keinen Transport, keine Maschinen zur Bearbeitung!

Energie

Das ist die perfekte Überleitung zur Energie. Reykjavik ist die erste Stadt, die ihre gesamte Energieversorgung regenerativ bewältigt durch die Geysire der Insel und durch Windkraft. Kopenhagen hat 60 Prozent geschafft mit dem ehrgeizigen Ziel, in wenigen Jahren völlig frei von fossilen Brennstoffen zu werden. Gott sei Dank ist es kein Plädoyer für ein „Weiterso“, für ein „Wachstum wird schon gehen“, es geht auch um die Bescheidenheit als Lebensgewinn! Rob Hopkins gründete 2006 „Cities in transition“ mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Erdöl zu reduzieren. In Totnes, England, waren die Gemeinschaftsgärten wirtschaftlich so erfolgreich, dass Totnes seine eigene Lokalwährung schuf.

Wirtschaft

Rob Hopkins zeigt eine 21-Pfund-NoteUnd so sind wir jetzt bei einer 21-Pfund-Note angelangt. 21 Pfund? Warum das denn? „Weil wir es können!“, so Hopkins. Aus seiner Antwort sprüht totale Lebenslust! Regionalgeld (wie der ROLAND), das die Wertschöpfung in der Region hält, das die Geldschöpfung in die eigenen Hände nimmt. Jedes um-gesetzte Bristol-Pound erzeugt das Zwei- bis Vierfache des Wertes in der Region, der durch die offizielle Währung erzeugt würde. Es geht uns dadurch einfach besser, die Menschen stoppen auf dem Weg in den Untergang, die Steuer-einnahmen steigen ebenfalls um das Zwei- bis Vierfache. Im Regionalgeld liegt eine riesige Chance! 

Und müssen wir immer über alle möglichen Konsumgüter zu jeder Zeit verfügen? Erdbeeren im Januar? Spargel im November? Und brauchen wir all diese Dinge, zu deren Kauf wir animiert werden, um bei der nächsten Neuerung Berge von Müll zu erzeugen? Berge von Müll?

Zero-Waste San Francisco

Wir sind beim Zero-Waste-Modell von San Francisco angekommen. Ein Mann im Overall steht auf einem Müllplatz. Diese Plätze sind nun nicht gerade Orte der Romantik und Harmonie. Er erzählt mit leuchtenden Augen, was ihn so freut: „Du musst es mit den Augen eines Müllmanns sehen!“ Und dann zeigt er, wie nichts des Abfalls auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen wandert. Alles wird wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Es ist schön zu sehen, wie er das Kompostmaterial greift, daran riecht und von dem Geruch wie dem eines Waldbodens fasziniert ist, von der Hitze der Milliarden Mikroben im Kompostvorgang. Eindrucksvoll die Begeisterung der Bauern, diesen Kompost als Dünger auf ihren Äckern auszubringen.

Demokratie

Wie beteiligen sich Menschen an Entscheidungsprozessen? Ein Beispiel für die Demokratie ist der Sturz der Regierung 2009 in Island durch die Revolution der Pfannen und Töpfe. Hier entsteht eine neue Verfassung unter Beteiligung der Bevölkerung. Die Besucher der verfassungsgebenden Versammlung bringen ihre Gedanken mit ein und sie werden ernst genommen. Oder gehen wir nach Indien. Die Gestaltung einer neuen Gesellschaft in einer indischen Kleinstadt, in der u. a. ein Bauprojekt so genutzt wird, dass „Unberührbare“ und Brahmanen Tür an Tür wohnen und sich bei Festen das Essen teilen.

Bildung

Das sind Prozesse in den Köpfen der Menschen! Schulbildung spielt eine wichtige Rolle. Wir kennen die PISA-Studie: Finnland immer ganz vorne! Bei Filmaufnahmen springen plötzlich 4.- oder 5.-Klässler dem Lehrer in die Arme. Es ist fast ein väterliches Bild. Zwei Dinge sind in Erinnerung geblieben: Die einen beginnen Buchstaben zusammenzusetzen und finden Wörter, die anderen begreifen Wörter und zerlegen sie in Buchstaben. Lesen und schreiben können hinterher beide! Und wichtig sind die Hilfe und das soziale sich gegenseitige Unterstützen. Das zweite war das Vertrauen. Die Lehrer*innen haben Vertrauen in die Kinder. Und es gibt in Finnland keine Schulinspektionen. Die Obrigkeit vertraut den Schulen und den Lehrer*innen. Wechselt die Regierungsmehrheit, so wird das Bildungssystem nicht angetastet. Es behält seine Kontinuität. Man könnte sagen: Die Schüler*innen verlassen die Schule mit aufrechtem Gang!

Sind alle Inhalte genannt? Kann man den Film kritisieren wegen Unzulänglichkeiten?

Ja, man kann, und nein, der Bericht ist nicht vollständig. Es ist ein „Feelgood- Film“, der die aufkommenden Schrecken thematisiert und die Zuschauer in die Begeisterung entlässt: Ja, wir können verändern! 

 

Informationen zum Film sowie Unterrichts- und Werbematerial finden sich unter: http://www.tomorrow-derfilm.de
Dort kann auch die DVD erworben werden.

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