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Erstens kam es anders … (03.03.2018)

Geplant waren Vortrag und Gespräch zum Thema „Ackerboden sichern – Unsere Verantwortung für eine regionale ökologische Landwirtschaft“ mit Dr. Titus Bahner (Kulturland e.G.) im Gemeindehaus der Martin-Luther-Gemeinde Bremen-Findorff

Der Termin stand fest, der Saal war gemietet, WK informiert – und viele Menschen waren eingeladen zur ersten öffentlichen Veranstaltung des Vereins

ROLAND-Regional Bildung und Wissen e.V. 

Kurz vorher dann die Schreckensmeldung: Redner erkrankt! Unmöglich, dass er kommt! Wer aber wird ihn – so auf die Schnelle – kompetent ersetzen können?? Jens Cordes konnte! Der Demeter-Landwirt aus Stuckenborstel verdient dafür den allergrößten Dank! Er stellte dem Publikum (40 Personen) Ziele und Wirken der Kulturland-Genossenschaft vor und beantwortete die Fragen zur Praxis des Erwerbs von Land und zu den Rechten und Aufgaben der Genossenschaftsmitglieder. 

Die Bodenpreise sind seit der Finanzkrise so skandalös gestiegen, dass Bio-Bauern nicht das Geld haben, Anbauflächen zu kaufen. Ebenso wenig können sie die entsprechend hohen Pachtpreise zahlen. Die Kulturland-Genossenschaft befreit die Bauern von dieser Last. Sie kauft Land und verpachtet es zu tragbaren Bedingungen an Bio-Bauern, Der Pachtpreis pro Hektar liegt zwischen 200 und 400 Euro pro Jahr. Der Vertrag ist unbefristet und enthält das Vorkaufsrecht zum Einstandspreis. 

Kulturland hat sich und den pachtenden Bauern eine Selbstverpflichtung auferlegt. Bauern erhalten das Land nur, wenn sie u.a. den Bio-Ansprüchen genügen, pädagogische Arbeit leisten , regional vermarkten. und mit regionalen Organisationen zusammenarbeiten (Weitere Infos siehe Kulturland e.G.

Damit wurde deutlich, worüber auch Karl-Heinz v. Bestenbostel schon in seinem einleitenden Kurzreferat über den Begriff Allmende als Gemeinschaftseigentum an Grund und Boden gesprochen hatte: Wird die Allmende von einer geeigneten Institution geführt (z.B. einer Genossenschaft) und  von den Beteiligten in einer Selbstverwaltung organisiert, gibt es eine Selbstverpflichtung der Beteiligten und wirkungsvolle Kontrollmechanismen, so stellte Elinor Ostrom fest, kann Allmende gelingen. 

Wir konnten sehen, dass in diesem Zusammenhang innerhalb einer Genossenschaft anders als nach den üblichen Marktgesetzen entschieden werden kann. 

Und wer als Nicht-Landwirt einen Genossenschaftsanteil erwirbt, hilft mit, gesunden Ackerboden als unser aller Lebensgrundlage zu erhalten. Kulturland ist ROLAND-Mitglied. Wir können unsere Anteile in ROLAND bezahlen.

Der Abend wurde am Buffet abgerundet, wo das lebhafte Gespräch sich fortsetzte. Das köstliche, reichhaltige Buffet war vom Bio-Laden Naturkost Findorff bereitgestellt worden.

zweitens als man dachte.

Dennoch erfolgreich.