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Die Eurokrise oder warum es so kommen musste

Nehmen wir zwei Bauern A und B. Beide arbeiten unter den gleichen Bedingungen, produzieren in einer Stunde gleich viel. Jetzt kommt A auf  eine Idee und schafft sich eine Maschine an. Das Ergebnis ist, dass sich seine Produktion verdoppelt hat.

Im Ergebnis ist A doppelt so reich wie B, oder die Arbeitstunde des A ist doppelt so viel wert wie die des B.

Haben beide eine unterschiedliche Währung, dann kann der Lohn bei beiden gleich bleiben. Dann hat nur die Währung von A den doppelten Wert der Währung von B.

Und diese simple Logik erklärt das notwendige Scheitern des Euro.  In Euroland haben wir nämlich drei Bedingungen:

  • Mit der Einführung des Euro sind die Volkswirtschaften der einzelnen Länder selbstständig geblieben. In jedem Land gibt es eigene Gewerkschaften, eigene Lohnverhandlungen, eine eigene Wirtschafts- und Finanzpolitik, eine eigene Sozialpolitik.
  • Mit der Einführung des Euro wurden die Umrechnungswerte der einzelnen Währungen festgelegt. Das heißt, die einzelnen Länder haben untereinander einen festen Wechselkurs. Der Euro gilt in allen Ländern gleich.
  • Jeder hat zu den damaligen Wechselkursen bedingungslosen Zutritt zu den Märkten in der EG.

Warum ist Deutschland Exportweltmeister? Weil wir seit vielen Jahren keine Reallohnerhöhungen mehr hatten, weil Löcher ins soziale Netz geschnitten wurden zu Gunsten der Produktionskosten und weil die Produktivität gestiegen ist.

Und das heißt?

Die Produktivität in Griechenland hat sich anders entwickelt als z.B. die in Deutschland. Der Ausgleich müsste über den Wechselkurs stattfinden. Das geht aber nicht, der Euro gilt in beiden Ländern gleich.

Trotzdem ist die Arbeitstunde in Griechenland weniger wert als in Deutschland. Griechenland hat aber eine starke basispolitische Bewegung. Um den Realitäten Rechnung zu tragen müssten Gewerkschaften und Unternehmen in die Lohnverhandlung eintreten mit der Frage: Um wie viel wollen wir die Löhne senken!

Wie absurd ist das denn!

Systeme, die sich unterschiedlich entwickeln, müssen bei festem Wertverhältnis und ungehindertem Marktzugang scheitern. Dieses Szenario hatten wir schon einmal bei den Tigerstaaten Südostasiens mit ihrer Kopplung der Währungen an den US-Dollar. Die Finanzmärkte, und das heißt die Spekulanten a la George Soros, haben dagegen spekuliert und die Länder in die Knie gezwungen, weil diese eine Form geschaffen hatten, die der Realität nicht entsprach.

Schade, wir hatten uns schon so an den Euro gewöhnt!

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