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Gemeingüter

Vernetzen ist durchaus ein modernes Wort. Und was bedeutet es? Wenn sich die wesentlichen Anbieter eines Marktes vernetzen, dann spricht man von illegalen Absprachen, Kartellen,...

Und dann taucht plötzlich das Wort "Commons", Gemeingüter, auf. Elinor Ostrom hat das Designprinzip entwickelt. Ihre Erkenntnis war: entscheidend ist nicht, welche Regeln sich eine Gemeinschaft gibt, sondern dass sie sich Regeln gibt! Aber das ist nur die Frage: warum funktionieren Gemeinschaften.

Andererseits steht im Blog von Silke Helfrich: "'Wem gehört die Welt' ist eine faszinierende Reise zu den Dingen, die Wasser und Wissen, Kultur und Atmosphäre, Gene und Bytes gemeinsam haben. Sie sind unabdingbar für uns, und gehen doch der Gesellschaft verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Davon lesen wir täglich in der Zeitung: Konflikte um Trinkwasser, Urheberrechtskriege" und Softwarepatente, die Übernutzung von Biodiversität, Boden und Atmosphäre. Gemeingüter sind überall!

Die Krisen der Gegenwart haben die Debatte um die Gemeingüter (engl. Commons) neu entfacht. Antwort auf diese Krisen bieten weder Markt noch Staat allein. Die Innovationen kommen von unten. Das beweist eine "Bewegung ohne Namen" (Paul Hawken), die die Freie Software Community mit "den Ökos" verbindet."(Dieser Link verweist nur auf den BLOG, nicht auf den konkreten Beitrag!)

Aber was machen diese "Commons" nun eigentlich Positives?

Es sind zwei Aspekte (mindestens). Wenn Frau Ostrom von der Organisation der Nutzung des Grundwassers schreibt, dann ist von einer überlebenswichtigen Ressource die Rede. Die funktioniert unter Umständen in der Hand der Gemeinschaft wunderbar, der Film "Water makes Money" zeigt, was bei Privatisierung passieren kann.

Und dann ist da das "urban gardening" oder das offene Wohnzimmer bei uns. Das sind keine kritischen Ressourcen, bei denen es um das Überleben geht. Und trotzdem! Die gemeinsame Nutzung öffentlicher Flächen sind Commons!

Beiden Felder ist gemeinsam, dass Menschen sich für ihren Lebenserhalt zusammentun und sich einigen, ihre gemeinsamen Interessen verabreden müssen, in "freier Vereinbarung" wie wir sagen.

Und das hat nicht nur die Ebene der materiellen Gleichheit! Da bewegt sich etwas auf einer Vertrauensebene, den anderen kenne, sich auf ihn verlassen können. Die Sitzung unseres Mitgliederhofes, auf dem die ersten Mitglieder unterschrieben, begann um 19:30. Um 21:30 hatten wir unterschrieben! Um 23:30 saßen wir immer noch zusammen und hatten uns tausend Dinge zu erzählen und Pläne zu schmieden. Am nächsten Tag darauf angesprochen sagte jemand: Das war schon klasse, man beginnt sich kennenzulernen!

Es gibt eine andere Ebene! In der Wissensschaft wird Gemeinschaft betrachtet im Rahmen von Groß- und Kleinfamilie, im Rahmen von Normen, wie verhält sich wer? Die Frage ist aber: Was ist Gemeinschaft stiftend? Wie ist Gemeinschaft?

Unsere These ist: Wenn Menschen sich zusammentun aus dem Bewusstsein um ein Problem, das es zu lösen gilt mit Blick auf die Lösung für alle, UND wenn sie über Strategien des Interessenausgleichs oder auch um den Umgang miteinander in Gruppen gelernt haben, dann kommt für jedes Problem die angemessene Lösung zustande.

Letztendlich ist die Botschaft: nicht der Egosimus in der Ausprägung der Profitgier in der Hand der Finanz- und Machteliten löst die Probleme der Welt! Die Organisation der Problemfelder durch die Betroffenen löst die Probleme, wenn sie sich klare Regeln setzen.

Und dann sind wir bei der Frage von Geld als Gemeingut!


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