Sie sind hier: » Konzept » Geldwirtschaft » Umlaufsicherung

Umlaufsicherung

Vergleiche wir Bananen und Geld: Lassen Sie Geld auf der Bank 3 Monate liegen, dann haben Sie mehr Geld. Lassen Sie Bananen 3 Monate liegen um sie zu verkaufen, dann haben Sie eine Menge Kompost!
Geld hat Funktionen, die sich widersprechen! In der Tauschfunktion erhalten die Haushalte genau das Einkommen, für das Werte geschaffen wurden. Die Arbeiter bekommen ihren Lohn, die Grundeigentümer ihre Pacht und die Unternehmer ihren Gewinn.

Der Wert der Einkommen eines Jahres entspricht genau dem, was an Gütern und Dienstleistungen produziert wurde. Soll alles umgesetzt werden, dann müssen auf der anderen Seite auch alles Einkommen ausgegeben werden!

Geld hat auch die Funktion der Wertaufbewahrung! Dass muss auch so sein, man verkauft auf dem Markt schließlich 500 Eier. Das Geld dafür muss einen Wert behalten, wenn man zu einem anderen Bauern geht und ein Ferkel kaufen will.

Gleichzeitig ist es aber fatal, wie wir an dem Bananenbeispiel oben sehen! (Vgl. dazu auch Wikipedia, Umlaufsicherung)

Und genau das tritt am Ende eines Booms ein, beim Platzen der ".com-Blase" zu Beginn dieses Jahrhunderts (fast jedes Unternehmen, das als Internet-Unternehmen an die Börse ging, wurde so überbewertet, dass weder Umsatz noch Sachkapital dieses auch nur ansatzweise rechtfertigte) konnte man es gut verfolgen: In der Presse war zu lesen, wie zunehmend große Unternehmen aus Angst vor der kommenden Entwicklung Aufträge zurückzogen, weil sie das Geld, die Liquidität, halten mussten. Zugleich ist diese Phase immer eine Hochzinsphase, in der es sich zusätzlich lohnt, Geld nicht auszugeben.

Und so produzierte sich die Krise selber! Die wegbrechenden Einkommen führen zu einem Rückgang der Nachfrage, und genau das begründet die Richtigkeit der Auftragsstornierung. Der Abwärtsstrudel hat begonnen!

Bei einer Umlaufsicherung verliert das gehaltene Geld an Wert, bei uns 1% pro Monat!

Eine Umlaufsicherung hat hier zwei Effekte:

Wäre das gesamte Geldsystem umlaufgesichert, dann würde das Risiko des Nachfragerückgangs um einige Prozentpunkte konkurrieren mit einem Geldverlust von 12 % im Jahr! Die Folge wäre zumindest eine Abmilderung einer Konjunkturkrise! Verteuern wir das Horten durch eine "Umlaufsicherung", dann  fließt mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf und die Wirtschaft wird belebt! Das war die Ausgangsthese!

Das Zinsproblem folgt gleich! Gewähren wir aber keinen Zins als Preis für einen Konsumverzicht, warum sollten dann Menschen ihr Geld anderen zur Verfügung stellen? Nur deshalb, weil es sonst an Wert verliert!

Diskussion:

z.B. Brakteaten als Muster für die wundersame Wirkung von Schwundgeld im Mittelalter

Eine wertfreiere Beschreibung zu brakteaten findet sich in Wikipedia.

Bröckelnde Phalanx

Die Freie Gemeinschaftsbank in Basel:die erste Bank, die sich für die Vollgeld-Initiative ausspricht[mehr]

Doku: Kaufen für die Müllhalde

Bereits 2011 warf arte einen kritischen Blick auf die Entstehung der heutigen Konsumgesellschaft.[mehr]

Termine

Straßenbahnfahrt zu Orten des Guten Lebens -> JETZT ANMELDEN!

26.04.2018
Aktionsbündnis Wachstumswende; Treffpunkt Kiosk am BSAG-Depot Gröpelingen
[Termin anzeigen]

Was sagt die Hirnforschung zur Digitalisierung im Bildungs- und Berufsleben?

04.05.2018
Vortrag Prof. Dr. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt, Saal Heinrichstr.11, 28203 Bremen
[Termin anzeigen]

"System Error": Film und Diskussion mit Regisseur und Gästen

15.05.2018
Cinema Ostertor, Ostertorsteinweg 105, 28203 Bremen
[Termin anzeigen]

Gutes Leben für Alle: Genug für Alle statt Immer mehr

20.06.2018
Aktionsbündnis Wachstumswende, nachmittags, vor der Bürgerschaft
[Termin anzeigen]

Fahrradtour zu Orten des Guten Lebens

23.06.2018
Aktionsbündnis Wachstumswende/ADFC, Treffpunkt ADFC Radstation am Hauptbahnhof
[Termin anzeigen]