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„Was sagt die Hirnforschung zur Digitalisierung im Bildungs- und Berufsleben?“ (17.08.2018)

Am 4. Mai 2018 sprach die Hirnforscherin Prof. Dr. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt im gut gefüllten Gemeindesaal Heinrichstr.11, Bremen. Veranstalter war ROLAND-Regional Bildung und Wissen e.V. und Die Christengemeinschaft.

In diesem sehr informativen und lebendigen Vortrag ging es u. a. um die Reifung des menschlichen Gehirns im Kindesalter und die Wirkung von Umwelteinflüssen.

Da Babys mit einem unausgereiften Gehirn auf die Welt kommen, müssen Eltern sehr genau darauf achten, durch welche Reize von außen die kindliche Hirnentwicklung gefördert wird und welche ihm schaden; denn so formbar und entwicklungsfähig das Hirn ist, so störanfällig ist es auch. Die schnell wechselnden Bilder im Fernsehen, rasende Fahrten auf der Autobahn, Lärm und Gedränge in der Großstadt – mit all dem ist das kindliche Gehirn überfordert. Ein Kind sollte in aller Ruhe Raum und Zeit erleben und erfahren können, z. B. beim Klettern, Singen, Spielen im Freien. Solche körperliche Bewegung, dazu die Zuwendung, Wärme und Geduld von Seiten der Eltern und anderer Bezugspersonen sind die Voraussetzung für alles Lernen, sowohl für das Den-ken als auch für Aufmerksamkeit, Urteilsfähigkeit und Sozialverhalten. Alles braucht seine Zeit, auch die „Verdauung“ von Informationen im Gehirn.

Entgegen der verbreiteten Meinung, die elektronischen Medien förderten das Lernen der Kinder und Jugendlichen, sagt Frau Teuchert-Noodt: „Wenn wir den Karren so weiter laufen lassen, wird das eine ganze Generation von digitalisierten Kindern in die Steinzeit zurückwerfen.“ 

Nach ihrer Ansicht sollten Kinder mindestens bis zu 16 Jahren überhaupt keine digitalen Medien benutzen.  Weil erst dann das Gehirn so weit gereift sei, dass sie durch abstraktes Denken und Selbstkontrolle in der Lage sind, sinnvoll mit den digitalen Medien umzugehen.

Die globale Technisierung und Digitalisierung unseres Alltags trägt dazu bei, dass unser Gehirn – und nicht nur das der Kinder - in eine unerträgliche Beschleunigung versetzt wird. Davon herunterzukommen, gelingt kaum noch - was dann zum Burn-out-Syndrom führt, zu der neuen Volkskrankheit, die seit der Digitalisierung immer häufiger auftritt.

Frau Teuchert-Noodt ist Biologin und Medizinerin. Sie leitete bis zu ihrer Emeritierung den Bereich Neuroanatomie und Humanbiologie an der Universität Bielefeld. Auf die Gefahren, die hinter der hochfrequenten Strahlung durch Mobilfunk lauern, ging sie als Nichtexpertin für Physik nur beiläufig ein, erwähnte aber, dass sie selbst kein Smartphone benutze.

Sie ist Gründungsmitglied des Bündnisses für Humane Bildung.

Dieses Bündnis setzt sich dafür ein, dass Schulen als Sozialverbund gestärkt werden. „Nicht Medientechnik oder Computer, sondern der Mensch ist des Menschen Lehrer!“ (Zitat aus einem Appell des Bündnisses an die Kultusministerkonferenz  und das Bundesbildungsministerium)

Irmgard Laaf             

(Vorstandsmitglied des Vereins ROLAND-Regional Bildung und Wissen e.V.)

Frau Teuchert-Noodt hielt diesen Vortrag auchbeim Opens external link in new window30. Pleisweiler Gespräch.

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