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Radikal regional Wirtschaften, kann die CIC eine Inspiration für Bremen sein? (14.03.2019)

Am 13.2.2019 haben wir im Rahmen der Winterreihe des Aktionsbündnis Wachstumswende die Cooperativa integral Catalana (CIC) als Live-Feature vorgestellt.

Radikal regional Wirtschaften, kann die CIC eine Inspiration für Bremen sein? Das war der Titel der Veranstaltung, getragen von ROLAND-Regional.

Das Live-Feature wurde von einem Protagonist und zwei Zitiererinnen gestaltet. Außerdem wurden Filmausschnitte aus dem Film „Projekt A“ über die CIC gezeigt.

In den 1930ger Jahren spielten in dem „kurzem Sommer der Anarchie“ in Katalonien Kooperativen (Genossenschaften) eine wesentliche Rolle. Die Frage also: können Genossenschaften ein Instrument für eine Änderung der Welt sein? KPMG als eine der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist schließlich ebenfalls eine Genossenschaft. Der Protagonist sucht nach Genossenschaften in Spanien und stößt auf die CIC, die Cooperativa integral Catalana.

Sie versorgt die Mitglieder mit Lebensmitteln, mit anderen Produkten, Dienstleistungen, forscht an technischen Neuerungen, will unabhängig sein von Staat und großen Konzernen, will Platz für Wissensallmende schaffen. Das ist nicht ganz richtig. Die CIC versteht sich als Dach, die konkrete Arbeit machen auch andere Organisationen, die Mitglied sind.

Sie benutzt eine allgemeine Regionalwährung, den ECO. 20 kleinere Einheiten haben ebenfalls ein eigenes Verrechnungssystem, sind dem ECO angegliedert.  Mit dem ECO können sie sich den Finanzmärkten entziehen.

Die Aurea Social ist das soziale Zentrum der Cooperativa mit Kochen der Nachbarschaftsfrauen, Versammlungen, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung. Ein  Filmausschnitt zeigt, wie eine verschuldete Frau beraten wird, die in Gefahr ist, ihre Eigentumswohnung zu verlieren. Durch die Übertragung der Wohnung an die Genossenschaft kann die Pfändung verhindert werden.

Um eine Versorgung für Tausende von Menschen zu organisieren, braucht es Strukturen. Die CIC ist auf verschiedenen Ebenen organisiert, die auf ihren Versammlungen alle dem Prinzip der Konsensentscheidung verpflichtet sind. Das heißt: Es gibt keine Mehr- oder Minderheiten. Wird für Anträge nicht die Zustimmung aller erreicht, müssen diese so lange umformuliert werden, bis ein Konsens gefunden wird. Die CIC hat als Ziel, hierarchische Machtstrukturen zu vermeiden und Allen Teilhabe zu ermöglichen.

Eine Genossenschaft hat nach außen eine Schutzfunktion. Ein Rechtssystem ist so aufgebaut, dass es bestimmte Interessen unterstützt. Und es gibt immer Wege, dieses Rechtssystem auch zum Nutzen des Kollektiven zu verwenden.

Die CIC als Inspiration für Bremen?

Sie kennen die typischen Arten der politischen Betätigung. Hier ging es um etwas anderes. Um es etwas platt auszudrücken: Politische Arbeit ist das Besorgen von Kartoffeln (und all den anderen Dingen, die die Menschen einer Gemeinschaft zum Leben benötigen), die Frage der Verteilung, Menschen in Armut können teilhaben. Es geht um die Frage, wie wir das organisieren und wie wir Entscheidungen treffen wollen.

Und plötzlich bekommt die Banalität der Kartoffeln eine politische Brisanz. Versorgen ohne Lohnarbeit! Mit einer Verrechnung, zu der die Global Player keinen Zugang haben, mit sozialen Zentren, in denen das gemeinsame Leben pulsiert, mit einer Organisationsstruktur, in der nicht Oben entscheidet, anweist und erlaubt, sondern in der Unten entscheidet und Oben der Dienstleister ist. Auch in der Entscheidungsfindung geht es darum, Macht zu vermeiden, Entscheidungen im Konsens.

Danach gab es eine Murmelrunde und dann ein Gespräch in der ganzen Gruppe. Drei Aspekte:

  1. Es gibt in Bremen sehr wenig Vernetzung, geschweige denn eine Dachorganisation.
  2. Der Ansatz der Konsensentscheidungen beinhaltet Probleme und Chancen: Entscheidungen können durch einen einzigen Menschen blockiert werden, was zu einer Lähmung führen kann, andererseits gibt es keine Minderheiten und Mehrheiten. Das Ringen um einen Konsens ist eine sehr tiefgehende Auseinandersetzung mit einer Frage.
  3. Soll das Ziel eine autonome Selbstversorgung sein? Gehen wir als davon aus, dass bei einer zu erwartenden größeren Krise solch eine Kooperative trotzdem relativ normal weiter funktionieren kann?

Dann die Frage, warum ROLAND das nicht schon tut und: Wann fangen wir an?

 

Die Quellen:

„Chaotisch, nicht planbar und gefährlich“

Der deutsche Autorund JournalistFabianScheidler überWege zu einersozial-ökologischenTransformation.[mehr]

DEMOCRACY App

Transparente Demokratie mit der DEMOCRACY App. [mehr]

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